Achtung! Falscher Beruf!

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Schüler haben falsche Vorstellungen von Berufen, sind zu wenig informiert und sie wählen am liebsten Berufe, die sie aus ihrem Umfeld kennen. Das meldeten die Zeitungen Ende Mai. Mal wieder.

Eine neue Studie der Niedersächsischen Industrie- und Handelskammer unter 1035 Firmen untersuchte die Schwierigkeiten der Unternehmen, vorhandene Ausbildungsplätze richtig zu besetzen. Ein Problem waren die unklaren Berufsvorstellungen der Bewerber. Die Ausbildungsreferentin der IHK Braunschweig, Sabine Koltermann: „Wunsch und Wirklichkeit klaffen oft weit auseinander.“

Das ist nichts Neues: Zwar freuen sich gut 60 % der Schüler auf die Zeit nach der Schule und für die überwiegende Mehrheit (87 %) ist es besonders wichtig, einen Beruf zu haben, der ihnen Spaß macht, ergab eine Studie der Vodafone Stiftung bereits 2014. Allerdings stellt sie gleichzeitig gravierende Informationsdefizite in der Ausbildungs- und Berufsorientierung fest.

Die Wirtschaftswoche zitiert dazu eine Schülerin, die immerhin eine Beratung aufgesucht hat:

„Der Berufsberater hätte mehr auf mich eingehen müssen. Wir mussten einen Zettel ausfüllen und dann hat er eigentlich nur gefragt ‚Ja, notentechnisch würde Schule passen, das könntest du machen. Und sonst, was würdest du denn gerne tun?‘ Und dann habe ich gesagt, Management oder Tourismus vielleicht, und dann hat er mir einfach nur Studienunterlagen geschickt. Aber der hätte einfach mal mit mir die Berufe durchgehen müssen! Vielleicht mal nach meinen Stärken/Schwächen schauen müssen, sich einfach mit mir beschäftigen müssen, die einzelnen Sachen erklären müssen.“

Als Coach würde ich einem Schüler auch nicht als erstes eine Liste mit Berufen oder freien Ausbildungsplätzen unter die Nase halten… Zumal ganz neue Jobs entstehen werden, die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können.

Vielleicht ist auch ein bisschen mehr notwendig, als ein einziges Beratungsgespräch, um

– sich darüber klar zu werden, was in einem steckt,

– Wünsche und Träume benennen zu können,

– persönliche Vorlieben und Abneigungen zu erkennen,

– die eigenen Talente und Stärken einschätzen zu können,

– sein Potenzial zu entdecken,

– Sorgen und Ängste zu äußern

Im Übrigen muss man dafür auch nicht zur Arbeitsagentur. Eine Bestandsaufnahme und die Unterstützung bei der Selbstreflexion, um sich zu nächst einmal darüber klar zu werden, wo die persönlichen Schwerpunkte liegen, kann jeder gute Coach übernehmen.

Schulen sollten viel mehr Gebrauch davon machen.

Bild: drubig-photo, Fotolia