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Um gesund zu bleiben reicht es in der digitalen Arbeitswelt längst nicht mehr aus, sich vernünftig zu ernähren und zur Vorsorge zu gehen. Gesundheit ist oft genug Kopfsache, Krankheiten nur die körperliche Folge. Mit Selbstcoaching können viele Probleme gelöst werden, bevor sie die Gesundheit angreifen.

Gesund bleiben ist doch ganz einfach: Sich gesund ernähren und bewegen, viel trinken, aber keinen Alkohol, nicht rauchen und zu den Vorsorge-Untersuchungen gehen. Trotzdem klopfen Bandscheibenvorfälle, Tinnitus, Migräne, Depressionen und Burn-Out immer häufiger an unsere Bürotür.

Viele dieser Krankheiten werden hervorgerufen durch Stress und ungelöste Konflikte. Die Hochschule Regensburg hat ausgerechnet, dass ungelöste Konflikte ein Prozent der Personalkosten ausmacht. Ein Prozent klingt nicht viel, aber Personalkosten sind nicht nur das Gehalt, sondern alle Kosten pro Mitarbeiter: Kantine, Gebäude, Parkplätze, Büros, Material, Reisekosten, etc. Das summiert sich. Fluktuationskosten, Abfindungszahlungen und Gesundheitskosten aufgrund innerbetrieblicher Konflikte belasten Unternehmen jährlich mit mehreren Milliarden Euro, schreibt KPMG 2009 in einer Konfliktkostenstudie.

Das ist schon wieder sechs Jahre her. Seitdem hat sich die Arbeitswelt längst weiter beschleunigt. Die Anforderungen verändern sich ständig.

Gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf und Bewegung reichen längst nicht mehr aus, um jeden Tag aufs Neue engagiert und motiviert, kreativ und kommunikativ, pro-aktiv und eigen-initiativ sowie flexibel zu sein. Wer gesund bleiben und in der digitalen Arbeitswelt erfolgreich sein will, braucht mehr als Vitamine.

Gesund bleiben umfasst nicht nur körperliche Gesundheit und ein bisschen Entspannung für den Geist. Dass psychische Krankheiten wie Depressionen im Kopf beginnen, erscheint uns sonnenklar. Auch knallharte Bandscheibenvorfälle sind oft genug Folge eines nicht mehr zur Ruhe kommenden Gedankenkarussels. Migräne und Tinnitus das Resultat ungelöster Probleme.

Um gesund zu bleiben, eignet sich Selbstcoaching ideal. Selbstcoacher nehmen das Heft des Handelns in die Hand, bevor es zu spät ist. Dafür sind keine drastischen Maßnahmen notwendig, niemand muss sein Leben komplett umkrempeln. Meist sind es kleine Dinge, die langsam, aber nachhaltig die große Welle vor sich herschieben. Diese kleinen Dinge lösen Selbstcoacher auf, bevor sie übermächtig werden: Das kann der ewige Ärger über diese eine Kollegin sein, die Demütigung durch den Chef, Enttäuschung in der Partnerschaft, Einsamkeit in der Großstadt, Frust im Job, Trauer über vertane Chancen, Sehnsucht nach alten Träumen, Zweifel am Selbstwert, finanzieller Druck.

Notwendig ist dafür lediglich die Bereitschaft etwas ändern zu wollen und Mut, es auch zu tun.

Dann ist Selbstcoaching babyleicht:

Schritt Nummer 1: Ich nehme die Zügel in die Hand. Bevor man etwas verändern kann, ist es notwendig, dass man für sich klärt, was man denn eigentlich gern hätte. Wie soll es sein? Was wünsche ich mir? Sie merken schon: Selbstcoacher halten sich nicht lang damit auf zu lamentieren, wie furchtbar alles ist (ich würde lügen, wenn ich behaupte, dass ich das nicht auch hin und wieder mal täte, aber ich bleibe dann Gott sei Dank nicht drinstecken). Ändern kann sowieso nur jeder selbst etwas. „Aber doch nicht meine nervige Kollegin!“, denken Sie vielleicht oder den cholerischen Chef. Andere können Sie nicht ändern, da stimme ich sofort zu, aber es gibt immer Handlungsmöglichkeiten.

Schritt Nummer 2: Welche Möglichkeiten habe ich? Selbstcoacher starten in der Regel damit, dass sie überlegen, ob man die Situation auch mit ganz anderen Augen betrachten kann. Eine Mitarbeiterin ging kürzlich zum Beispiel ganz entspannt aus einem Coaching mit mir, nachdem ihr klar geworden war, dass die Gründe, warum ihre Kollegin so ist wie sie ist, rein gar nicht mit ihr zu tun haben. Jetzt, wo sie das Verhalten der Frau nicht mehr auf sich bezog, fand sie es auch nicht mehr belastend. Einem cholerischen Chef hingegen könnte man vielleicht mal Einhalt gebieten…

Schritt Nummer 3: Selbstcoacher stellen sich zwischendurch immer mal die Frage, was das Gute an der Sache ist. Nicht, um sich Missstände schönzureden, sondern um ihre persönlichen Kompetenzen zu schärfen. Denn wer sich in einer schwierigen Situation befindet, zeigt immer eine ganze Reihe fantastischer Fähigkeiten, die wir nur sehen, wenn wir auch hinschauen.

 

Oft kann man mehr tun, als man bisher dachte:

Dem cholerischen Chef Einhalt gebieten („Ich komme nachher wieder, wenn Sie sich beruhigt haben.“), kann eine Möglichkeit sein, um sich abzugrenzen. Sich nicht alles gefallen zu lassen, erhält die Gesundheit ungemein.

Der zickigen Kollegin mit Verständnis begegnen dient Ihrer Gesundheit, weil sie gar nicht mehr so nervig erscheint, nachdem sie Ihnen erzählt hat, was bei ihr los ist.

Dem Partner aus Enttäuschung die kalte Schulter zeigen, kostet eine Menge Energie, die fehlt, um gesund zu bleiben. Selbstcoacher, die sich mehr Aufmerksamkeit vom Partner wünschen, geben selbst welche anstatt sich zurückzuziehen.

Frust im Job lässt sich immer abstellen, oft genug, muss man dafür nichtmal die Stelle wechseln. Manchmal haben sich Verhaltensweisen so eingeschliffen, dass wir glauben, sie nicht mehr ändern zu können. Jemand, der nie gut Nein sagen konnte und sich immer mehr darüber ärgert, weil ganze Rattenschwänze an ihm kleben, kann jederzeit damit anfangen.

Gegen Einsamkeit lässt sich genauso etwas tun wie für die Sehnsucht nach alten Träumen oder nach mehr Selbstbewusstsein.

Dabei reißen Selbstcoacher nicht die Welt ein, sie greifen selten zu dramatischen Mitteln und nur an den Stellen ein, an denen ihre Gesundheit bedroht wird.

PS: Wer sich das allein nicht zutraut, kann genau wie viele Selbstcoacher einen Coach zur Unterstützung hinzuziehen.

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