Das Geheimnis gelungener Präsentationen

By Januar 10, 2018Rhetorik
Ringlebe, Stefanie Demann, Rhetorik, das Geheimnis gelungener Präsentationen, Selbstcoaching, Wolfsburg, Training, Seminar, Vortrag

Kürzlich kam in einem Seminar die Frage auf, wie es kommt, dass eine Mitarbeiterin im Probelauf einer Präsentation plötzlich unsicher wird. Immer, wenn ihre Generalprobe vor dem Chef und den Kollegen stattfindet, kommt sie sich plötzlich total komisch vor, fängt an sich zu verhaspeln und verliert ihre gewohnte Souveränität. Ärgerlich, denn dann entsteht der Eindruck, die Vortragende sei unfähig, was wiederum nicht dazu beiträgt, ihre Leistung zu verbessern.

Vielleicht hast du das auch schon einmal erlebt: Du kennst dich mit dem Thema aus, hast tolle Ideen für die Präsentation, bist gut vorbereitet und eigentlich passt alles wunderbar. Und dann klappt es in der Generalprobe nicht. Wie kommt das? Und vor allem: Kann man daran etwas ändern?

Die Antwort lautet, du kannst es ändern und es ist sogar ganz einfach, wenn du Folgendes weißt:

Wenn du eine Rede (einen Vortrag oder eine Präsentation, egal) probst und dich dabei gleichzeitig beobachtest und zusätzlich noch überlegst, ob das jetzt gut war oder nicht und was du besser machen könntest, dann bist du Redner, Publikum und Trainer in einer Person. Reden, Reflektieren und das Reflektierte umsetzen bedeutet, dass du mehrere Jobs gleichzeitig machst.

Immer, wenn du mehrere Jobs gleichzeitig machst, bleibt dir nichts anderes übrig, als deine Aufmerksamkeit zu teilen. Das ist wie mit dem Handy rumfummeln und dem Autofahren, du kannst nicht beides gleichzeitig mit vollster Aufmerksamkeit erledigen. Dafür ist das menschliche Gehirn nicht gemacht.

In einer Redesituation hat das die Folge, dass du dich nicht mehr voll und ganz auf dich und deine Rede konzentrierst. Wenn Menschen in Momenten einer Höchstleistung (und Reden gehören dazu) ihre Aufmerksamkeit nicht auf das eine fokussieren, um das es wirklich geht, sind sie nur noch halb so gut. Höchstleistungen erzielen wir nur, wenn wir alles ausblenden, was nicht zur Performance beiträgt.

Das heißt, sobald ich Publikum habe, darf ich nur noch Rednerin sein. Der Kritiker, der Beobachter, der Trainer usw. haben dann Sendepause. Auch in einem Probelauf. Denn zu dem Zeitpunkt ist meine Rede fertig und ich halte sie vor Publikum, auch wenn es „nur“ die Kollegen sind und der Chef. Die Aufgabe, meine Rede zu beobachten und Feedback zu geben, gebe ich dann ab. Den Job übernehmen die anderen. Dafür sind sie ja da.

Um sich voll und ganz auf die Rolle des Redners zu fokussieren, kann man sich mental vorbereiten. In einem Probelauf zum Beispiel dadurch, dass du dir vorstellst, dies wäre bereits die tatsächliche Veranstaltung und die Kollegen samt Chef das eigentliche Publikum.

Also: In dem Moment, in dem wir Leistung abrufen wollen, können wir nicht mehr beobachten, reflektieren und trainieren. Dann heißt es, laufen lassen und einfach performen.

PS: Tipps wie diese und noch viele mehr erhaltet ihr in meinen Seminaren und Vorträgen.

Foto: Kurt Ringlebe