Ohne Selbstcoaching geht nichts!

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Vertriebsleiter stehen wie die meisten Führungskräfte vor der Herausforderung, sich jeden Tag zu hinterfragen, zu verbessern und weiterzuentwickeln. Wer nicht gleich einen Personal Trainer einstellen will, nutzt die persönliche Selbstmanagementkompetenz, um 2015 als Selbstcoacher erfolgreich zu sein.

Haben Sie manchmal das Gefühl, von Ihnen würde das Unmögliche verlangt? Sie sollen führen wie Superman, Barack Obama, Jesus und der Dalai Lama zugleich? Die Liste mit den fachlich-vertrieblichen, sozialen, emotionalen und methodischen Kompetenzen, die Sie benötigen, um Ihre Vertriebsabteilung in den Griff zu bekommen, gerät immer länger. Sie hetzen von Weiterbildung zu Weiterbildung und studieren ein Fachbuch nach dem anderen – und werden trotzdem das Gefühl nicht los, „es reicht nicht“.

Es ist an der Zeit, endlich auch einmal an sich selbst zu denken. Und das im wortwörtlichen Sinn.

Entwicklungstrend 1: Ständige Selbstreflexion – „Wo will ich hin?“
Mit Selbstcoaching ist Ihre Kompetenz gemeint, den inneren Coach mit der Zielsetzung zu aktivieren, sich persönlich weiterzuentwickeln. „Aber bitte schön, jetzt kommen Sie mir mit noch einer weiteren Kompetenz, nachdem Sie uns zuerst als eierlegende Wollmilchsäue beschrieben haben“ – das mag jetzt so mancher Vertriebsleiter ausrufen. Doch halt: Selbstcoaching ist keine Methode, sondern ein individueller Weg, um zu sich selbst zu finden. Und diese Selbstfindung kann nur eine einzige Person leisten: Sie selbst.

Als Selbstcoacher denken Sie gezielt über sich selbst nach – über die Ausrichtung Ihres Unternehmens, die Zielsetzungen Ihrer Vertriebsabteilung, die Wünsche und Erwartungen Ihrer Kunden – und vor allem Ihre Fähigkeit, andere Menschen so zu führen, dass diese aus eigener Einsicht bereit sind, Sie bei der Erreichung der Vertriebsziele zu unterstützen. Doch über all dem schwebt die Selbstcoacher-Frage: „Wo will ich hin? In welche Richtung möchte ich mich entwickeln?“

Entwicklungstrend 2: „Wie gelange ich dorthin?“
Vertriebsleiter mit Stärken im Kompetenzfeld „Selbstreflexion“ fragen sich, welche Entwicklungsbereiche für sie besonders wichtig sind. Also: Analysieren Sie Ihre Stärken und Schwächen und setzen Sie anschließend geeignete Entwicklungsmöglichkeiten und Einstellungs- und Verhaltensveränderungen in Gang. Wo und wie können Sie sich verbessern und weiterentwickeln?

Malen Sie ein Idealbild von sich selbst, beschreiben Sie Ihr ideales Selbst. Stellen Sie aber zugleich fest, wie es in der Realität um Ihre Kompetenzen und Fähigkeiten bestellt ist. Gleichen Sie Sollzustand und Istzustand ab. Haben Sie den Mut und die Ehrlichkeit, Ihre Kompetenzlücken genau zu beschreiben? Beachten Sie: Hier liegt wahrscheinlich Entfaltungs- und Entwicklungspotenzial brach.

Lassen Sie sich dabei von Ihren Kollegen, Vorgesetzten, Bekannten und Freunden unterstützen – und auch von Ihren Mitarbeitern. Wer könnte Ihre Stärken und Schwächen im Bereich Führung und Ihre Persönlichkeitseigenschaften besser beurteilen als die Menschen, die Sie führen? Hinzu kommt: Die Zusammenarbeit mit Sparringspartnern und Unterstützern ist so wichtig, weil auch der beste Selbstcoacher einen blinden Fleck hat, einen toten Winkel seiner Persönlichkeit, den er nicht einsehen kann.

Nach dieser Selbstreflexion und den Gesprächen mit den Sparringspartnern verfügen Sie gewiss über einige Ansatzpunkte zu Ihrer individuellen zielgerichteten Weiterentwicklung.

Entwicklungstrend 3: „Wie behaupte ich mich?“
Als Führungskraft sehen Sie sich vielfältigen und zuweilen ungerechtfertigten und übertriebenen Ansprüchen ausgesetzt, im beruflichen und im privaten Bereich. Selbstcoacher besitzen ein gerüttelt Maß an Egoismus, den sie ausleben, ohne allerdings nur an sich selbst zu denken. Sie setzen jedoch klare Prioritäten, um nicht unter den überbordenden Ansprüchen ihres Umfeldes begraben zu werden. Darum sind sie gute Nein-Sager, wahren also ihre Interessen und schützen ihre Prioritäten durch entschiedenes Nein-Sagen.

Entwicklungstrend 4: „Kann ich Arbeit und Leben als Einheit sehen?“
Entschiedenheit zeigen Selbstcoacher auch im Privatleben – ein zuweilen heikles und vermintes Gebiet. Von Ihnen wird erwartet, sich mit „Haut und Haaren“ der Firma, der Arbeit zu verschreiben. Aber Sie wollen sich zugleich intensiv um die Familie kümmern und ein Privatleben haben.

Noch bis vor Kurzem galt die Work-Life-Balance als Lösungsweg – das Ausbalancieren der verschiedenen Lebensbereiche. Allerdings: Für Selbstcoacher ist dies keine Lösung. Denn sie suchen nicht die Balance zwischen „Work“ und „Life“. Work-Life-Balance versteht Arbeit und Leben als Pole, die sich unversöhnlich gegenüberstehen. „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ – Selbstcoachern leuchtet das nicht ein. Sie wollen Vergnügen auch bei der Arbeit und erwarten nicht, dass das Privatleben immer nur lustig ist.

Für Selbstcoacher ist Arbeit und Leben eins. Sie streben keine Balance an, sondern kreieren sich ihren persönlichen Work-Life-Blend. Können Sie sich mit dem Motto: „Die Mischung macht’s“ anfreunden und die Lebensbereiche vermischen?

Und natürlich übertragen Selbstcoacher diese Einstellung auf ihre Mitarbeiter: Für sie zählen Ergebnisse – und nicht, wer es am längsten im Büro aushält.

Entwicklungstrend 5: „Wie baue ich Kommunikationskompetenz auf?“
Dieser 2015-Trend ist ein altbekannter: Als selbstcoachende Führungskraft wissen Sie, wie entscheidend Ihre Kommunikationskompetenz ist. Konkret bedeutet dies:

Sie verfügen über mehrere Kommunikationsstile, die Sie je nach Führungssituation und Mitarbeiterpersönlichkeit flexibel einsetzen.
Sie führen und motivieren nicht alle Mitarbeiter über einen Kamm, sondern gehen mitarbeiterindividuell vor.
Sie bevorzugen in allen Führungssituationen die lösungsorientierte Sprache: Sie klammern sich nicht an der unproduktiven Problembeschreibung fest, sondern rücken die Lösungsfindung in den Fokus.
„Welche Voraussetzungen schaffen wir gemeinsam im Team, damit wir die Lösung xy realisieren können?“ Das ist Ihre Sprache, das ist die Sprachwelt des Selbstcoachers, der mit Fingerspitzengefühl die Gedankenwelt des Gesprächspartners betritt, dessen Wahrnehmung der Wirklichkeit berücksichtigt und weiß, dass Problemlösungen immer dann möglich sind, wenn er sich klar und deutlich ausdrückt.


Fazit
„Was ist mir wirklich wichtig? Was kann ich und was muss ich dazu lernen? Wie erreiche ich meine Ziele?“ Der Weg des Selbstcoachers ist mit Antworten auf diese elementaren Fragen gespickt.

 

  Dieser Beitrag ist erschienen auf www.vertriebs-experts.de

Bild: Stefanie Demann