Mein Tipp für April

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Manche tun es öfter als andere. Überdies noch ausdauernder und intensiver. Einige machen es ständig! „Äh“-Sagen. Oder „Und äh“ oder „Ähm“. Oder Doppel-„äh“. Es gibt Leute, die bringen so jeden Satz auf die doppelte Länge – und ihre Zuhörer auf die Palme. Warum machen die das und kann man sich das „Äh“-Sagen abgewöhnen?

Wussten Sie, wofür es Ähs gibt? Haben Sie eine Idee, was Menschen verbindet, die andauernd Äh sagen? Ähs sind nämlich keineswegs krankhaft, sie erfüllen einen wichtigen Zweck: Das Äh verschafft dem Sprecher Zeit. Je kleiner der Abstand zwischen Reden und Denken wird, desto rasanter steigt die Anzahl der Ähs. Wenn jemand noch nicht so genau weiss, was er als nächstes sagen wird, braucht er Zeit, um sich darüber klar zu werden. Mit einem Äh verschafft er seinen Gedanken wieder den notwendigen Vorsprung, um sie in Worte zu fassen.

 

Wer oft äh sagt, redet schneller als er denkt!

Ähs sind also vertonte Denk-Pausen. Warum aber werden sie überhaupt vertont? Man könnte doch genauso gut auch leise darüber nachdenken, was man als nächstes sagen will. Einfach mal die Klappe halten, quasi.

Wir vertonen Pausen aus zwei Gründen:

  1. Eilige, die schnell denken und noch schneller sprechen, halten Stille nicht gut aus. Wer auf Zack ist und unter Strom steht, dem kommt eine Sekunde Schweigen wie eine Ewigkeit vor. Die reinste Qual, die unbedingt vermieden werden muss. Deshalb also rein mit den Ähs.
  1. Wenn jemand nicht gerade die Generalvollmacht zum Sprechen hat, also eine Rede oder einen Vortrag hält, während die anderen stillhalten müssen, dann muss er seine Rede-Vormacht schließlich verteidigen. Deshalb gilt es Stille unbedingt zu vermeiden, denn sonst übernimmt prompt ein anderer das Rede-Ruder und man selbst ist weg vom Fenster! Also rein mit dem Doppel-Äh in die Denk-Pause.

Beides ist zwar verständlich, aber deshalb noch lange nicht empfehlenswert. Pausen permanent mit Lauten zu füllen, kann sogar schädlich sein:

Zum einen untergraben Sie Ihr rhetorisches Ansehen, weil zuviele Ähs einfach unsouverän klingen und Ihre Zuhörer merken, dass Sie gerade etwas Unausgegorenes von sich geben. Nicht gerade hilfreich, um sich Respekt zu verschaffen.

Zum andern berauben Sie sich der notwendigen Erholung. Wer ständig Töne von sich gibt und jede Pause mit Geräuschen füllt, hat keine Zeit mehr sich zu entspannen. Gutes Sprechen aber ist anstrengend und braucht die Abwechslung von Anspannung und Entspannung.

 

Gönnen Sie sich und Ihren Zuhörern eine Pause!

Warum Redepausen nicht nur dem Redner, sondern auch den Zuhörern gut tun, erfahren Sie im Mai-Tipp.

Foto: mineschmiedman, Fotolia.com

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