Mein Tipp für März

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Die Contenance bewahren. Contenance, nicht zu verwechseln mit dem herrischen „Sitz gerade!“ Contenance bezieht sich nicht nur auf die Körperhaltung, sondern auch auf die innere Einstellung. Gibt es Momente, in denen Sie souverän wirken und Contenance bewahren wollen – auch wenn Sie sich überhaupt nicht danach fühlen? Dann hilft Ihnen dieser simple und überall sofort anwendbare Tipp.

Innere und äußere Haltung gehören zusammen. Sie bedingen einander sogar.

Um das zu beweisen habe ich früher in Seminaren meine Teilnehmer mit hängendem Kopf und mürrischem Gesicht durch den Raum schlurfen lassen. Der Effekt war verblüffend, allerdings nicht gerade förderlich für die Stimmung im Seminar. Sich hängen lassen bewirkt tatsächlich, dass wir uns mies fühlen. Inzwischen mache ich diese Übung nur noch mit Körperhaltungen, die glücklich machen – und auch das funktioniert.

Eine sichere Körperhaltung bewirkt zum einen, dass Sie souverän auf andere wirken.

Eine sichere Körperhaltung bewirkt zum anderen, dass Sie sich tatsächlich souveräner fühlen.

Das bedeutet: Selbst wenn Sie gerade kein bisschen gelassen sind, können Sie diesen Zustand verändern, indem Sie eine gelassene Haltung einnehmen. Ihre Körperhaltung beeinflusst Ihre Gefühle, was wiederum Ihre Wirkung auf andere beeinflusst.

Angenommen, Ihr Herz schlägt Ihnen bis zum Hals, weil

  • Sie gleich zum Vorstellungsgespräch gerufen werden.
  • Sie eine Präsentation vor dem Vorstand halten sollen.
  • Sie einem wichtigen Kunden eine Hiobsbotschaft überbringen müssen.

Jetzt kann Ihnen die Körperhaltung eines guten Redners weiterhelfen: Sie benötigen dafür nur sich selbst. Die Haltung können Sie im Sitzen genauso gut einnehmen wie im Stehen.

Im Seminar trainiere ich die aufrechte Haltung mit meinen Teilnehmern anhand einer Lang- und einer Kurz-Version. Die Langversion dient schlicht dazu, sich locker zu machen. Solange Ihr Körper verkrampft ist, können Sie keine entspannte Haltung einnehmen. Verkrampfte Menschen wirken nie souverän.

Wie im Bild oben, brauchen Sie nur etwas mit Ihren Füßen und Ihrem Kopf zu tun – und die souveräne Rednerhaltung stellt sich wie von selbst ein.

Füße: Heben Sie das rechte Bein ein Stückchen vom Boden und, wenn Sie stehen, verlagern Sie das Gewicht auf das linke Bein. Lassen Sie nun das rechte Bein dort runter, wo es selbst hinwill, ohne es gerade zu rücken. Machen Sie jetzt dasselbe andersherum: Heben Sie das linke Bein an, verlagern Sie das Gewicht auf das rechte Bein und lassen Sie das linke Bein sanft zu Boden. Mit ziemlicher Sicherheit stehen Ihre Füße nun etwas auseinander und Ihre Fußspitzen zeigen ein wenig nach außen. Verteilen Sie nun Ihr Körpergewicht gleichmäßig auf beide Füße. Voilà! Die Basis für einen guten Stand haben Sie geschaffen. Das gilt auch, wenn Sie sitzen.

Kopf: Bewegen Sie Ihren Kopf vorsichtig zur Zimmerdecke. Das ist alles. Wenn Sie nicht Ballerina sind, können Sie durch diese Bewegung 2 bis 5 Zentimeter Körpergröße herausholen, ohne sich zu verrenken. Im Gegenteil: Dieses Aufrichten ist die gesunde Körperhaltung, die wir nur deshalb so selten einnehmen, weil zahlreiche Muskeln uns immer nach unten und nach vorn ziehen. Die Zentimeter holen Sie aber nicht heraus, um sich künstlich aufzublasen, sondern weil das Ihre natürliche Größe ist und Sie nur so natürlich und sicher wirken können.

 

Der feste Stand auf Ihren Füßen und die sanfte Kopfbewegung nach oben bewirken, dass alles, was dazwischen liegt, sich an seinen natürlichen Platz begibt. Deshalb brauchen Sie sonst nichts weiter zu tun, als locker zu lassen.

Eine gute Haltung hat nichts mit Brust-raus-Bauch-rein zu tun!

Im Seminar visualisiere ich mit meinen Teilnehmern den Spielraum zwischen ihrer Haltung und der aufrechten Haltung eines guten Redners. Bislang gab es in mehr als 8 Jahren nur eine Teilnehmerin, bei der es keinen Unterschied gab. Sie ahnen es schon: eine Ballerina.

Fazit:

Nächstes Mal, wenn Sie aufgeregt sind, an sich zweifeln oder am liebsten flüchten möchten, erinnern Sie sich an die Fuß- und Kopfhaltung. Richten Sie sich auf. Auch wenn Sie groß sind – die paar Zentimeter machen den Unterschied in Ihrer inneren und äußeren Haltung und haben eine gewaltige Wirkung.

Bild und Text: Stefanie Demann

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