Mein Tipp für Mai

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Atmen hilft.  Viele hetzen nicht nur atemlos durch die Nacht, sondern auch durch ihren Redebeitrag. Manchmal, ohne es selbst zu merken. Dabei wissen wir alle, dass gute Redner nicht nur gut reden, sondern ihre Wirkung erst durch gekonnt eingesetze Pausen entfalten.

Wenn der Redner sich eine Pause gönnt, tut er nicht nur sich selbst (nachzulesen im April-Tipp), sondern auch seinen Zuhörern etwas Gutes. Vielleicht kennen Sie Zumba, eine Mischung aus Aerobic und Tanz zu lateinamerikanischer Musik. Die Choreografie wird von der Trainerin direkt vorgetanzt, aber nicht erklärt. Das heißt, die ersten Zumba-Stunden verbringt der Zumba-Neuling damit, der Trainerin hinterher zu hecheln. Während die Trainerin genau weiss, welche Bewegung als nächstes kommt, hat er keinen Schimmer und hopst gerade nach rechts, während alle anderen schon nach links hüpfen.

 

Hechel – hechel

Genauso ist es, wenn man einer Rede lauscht: Der Redner ist einem immer einen Schritt voraus. Der Zuhörer verdaut gerade das erste Häppchen, da kommt schon die nächste Informations-Portion um die Ecke. Er hechelt also wie der Zumba-Neuling immer hinterher. Verzichtet der Redner jetzt auch noch auf Pausen, geht dem Zuhörer irgendwann die Luft aus. Er kommt nicht mehr mit oder verliert einfach die Lust, weil ihm das Ganze zu anstrengend wird. Außerdem fühlen sich Zuhörer bevormundet, wenn der Redner sie so antreibt, dass sie keinen eigenen Gedanken fassen können. Zuhörer können richtig bockig werden, wenn man so mit ihnen umspringt!

Je komplexer und anspruchsvoller ein Vortrag ist, desto eher geben die Zuhörer auf, wenn sie keine Gelegenheit bekommen, das Gehörte kurz sacken zu lassen und sich ihre eigenen Gedanken zu machen. Die schönste Rede verliert ihre Wirkung, der tollste Redner seinen Erfolg.

 

Redepausen

  • helfen dabei die Gedanken zu ordnen
  • entspannen und erhalten so die Leistungsfähigkeit des Redners
  • bieten Raum, damit sich eine Aussage wirklich entfalten kann
  • ermöglichen es den Zuhörern, der Rede bis zum Schluss zu folgen
  • ermuntern die Zuhörer sich eigene Gedanken zu machen
  • sind ein Garant für eine wirkungsvolle Rede

 

Wie kann man sich Redepausen an- und Ähs abgewöhnen?

Der Schlüssel zu dieser Antwort ist das Atmen. Die meisten Erwachsenen atmen falsch und hastige Redner sowieso. Sie haben die Bauchatmung verlernt und sich auf Brustatmung verlegt, weil das schneller geht. Wir Frauen vermeiden Bauchatmung außerdem, weil sie uns dick aussehen lässt. Oder wie der Antenne-Bayern-Moderator Paul Johannes Baumgartner auf einem Sekretärinnenkongress sagte: „Eine gute Stimme heißt: Plauze raus!“ Baucheinziehen und in den Bauch atmen geht nunmal nicht gleichzeitig. Deshalb trage ich bei wichtigen Redeanlässen luftige Oberteile…

Atmen kostet Zeit. Aber diese Investition lohnt sich. Eine Atempause hilft enorm dabei, den Abstand zwischen Sprechen und Denken zu erhöhen. Je größer der Abstand, desto geringer die Anzahl der Ähs. Das heißt im Klartext: Anstatt sich krampfhaft auf die Ähs zu konzentrieren, um sie sich abzugewöhnen, schaffen Sie stattdessen die Voraussetzungen, die Ähs überflüssig machen.

 

Für den Redner vergeht die Zeit schneller

Redner, die schnell sprechen und mit dem Denken nicht hinterher kommen, vergrößern den Raum durch Atempausen. Einmal tief in den Bauch atmen genügt völlig. Wenn Sie ein eiliger Redner sind, wird Ihnen das erstmal wie eine endlose Schweigeminute vorkommen. Vielleicht hilft Ihnen folgendes Wissen: In einer Redesituation vergeht die Zeit für den Redner schneller als für den Zuhörer. Ihren Zuhörern kommt einmal Durchatmen also nicht so lang vor wie Ihnen.

Und was tun, damit in der Sprech-Pause nicht jemand anders das Rede-Ruder an sich reißt? Nun ja, die Frage ist, warum jemand davor so viel Angst hat. Ich persönlich glaube nicht, dass derjenige am größten Respekt erhält, der am meisten redet. Wer keine Denk-Pausen zulässt und seine Rede mit Ähs spickt und bloß weiterredet, damit kein anderer zum Zuge kommt, wird nie ein großer Redner werden. Ein guter Redner hat etwas zu sagen und er setzt Pausen ein, um die Spannung zu erhöhen. Wer das macht, dem nimmt niemand die Zügel aus der Hand.

 

Atmen – aber richtig

So atmen Sie richtig: Aufrecht Stehen oder Sitzen. Lassen Sie Ihren Bauch locker. Atmen Sie ein, am besten durch den Mund, weil das die Redeatmung ist. Dabei wird Ihr Bauch dick und rund. Atmen Sie durch den Mund aus, dabei ziehen sie Ihren Bauch wieder ein. Bauch loslassen. Einatmen… usw. Atmen Sie langsam und tief ein und aus.

 

Hier können Sie den ersten Teil von April nachlesen: Mein Tipp im April

Foto: mineschmiedman, Fotolia.com

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