Meinung: Kind? Karriere?

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Kind? Karriere? Kind und Karriere?

So lautete die Frage der Wolfsburger Nachrichten an vier junge Frauen, die ihre Sicht-Weisen dazu auf der gleichnamigen Seite am 3. März veröffentlichten. Ich bin verblüfft, wie brav (um nicht zu sagen: rückständig) die Sicht-Weisen ausfielen:

Vier junge Frauen, vier verschiedene Träume von beruflicher und familiärer Entwicklung? Weit gefehlt!

Vier junge Frauen, vier verschiedene Meinungen? Aber nicht doch.

Der Tenor lautet: Karriere verlangt uns zuviel ab, da bleiben wir lieber bei den Kindern.

Nur eine Autorin spielt in ihrem Beitrag mit einer Zukunftsvision, in der sie zur Arbeit aufbricht, während ihr Mann sich um die Kinder kümmert. Aber natürlich nicht jeden Tag: „Heute hat mein Mann sich um die Kinder gekümmert – wir teilen uns diese Aufgabe.“

Die drei anderen Beiträge schwanken zwischen totaler Ablehnung: „’Kind und Karriere’ erfolgreich zu kombinieren ist für mich so gut wie unmöglich“ und einem vorwurfsvollen Kinderblick: „Mama würde heute Abend erst spät nach Hause kommen… Sie ist nämlich bei ihrem anderen Kind – das sich Arbeit nennt.“

Was ist nur mit den Frauen los?

Dabei überrascht mich weniger die Furcht vor der Karriere, sondern etwas anderes:

Dass keine der jungen Frauen den Versuch unternimmt „Karriere“ zu hinterfragen und für sich zu definieren. Dabei gibt es gar keine Definition von Karriere, nur eine unausgesprochene Einigkeit darüber, dass Karriere-Machen „Doppelbelastung und Dauerstress“ bedeutet. Das Fazit einer der Autorinnen: „…der könne doch keinen zufriedenstellen!“

Auch von der Bereitschaft, an der Gestaltung von Karriere aktiv mitzuwirken, lese ich nichts. Lediglich die Forderung, dass sich in den Köpfen der Verantwortlichen etwas ändern müsse. Wenn jemand etwas ändern kann, dann seid ihr das!

Doch die Karrierefrau in den Köpfen der jungen Autorinnen hat in diesen „Sicht-Weisen“ perfekt manikürte Fingernägel, kleine goldene Ringe sowie eine teure Armbanduhr. Also, bitte!

Gefordert werden zwar geregelte Arbeitszeiten, aber nur, „damit eine Mutter ihren Kindern am Nachmittag bei den Hausaufgaben helfen und anschließend etwas Spaß haben kann“. Ich lese daraus die Botschaft: Aus deinen Kindern wird nichts, wenn du nicht ständig über sie wachst! „Denn kein Job der Welt kann ein überglücklich strahlendes Kind ersetzen, dass das erste Mal ‚Mama’ zu sagen versucht.“ Geschenkt.

Ich jedenfalls behaupte, dass frau beim ersten „Mama“ dabei sein und Karriere machen kann. Ich wollte jedenfalls immer beides. Dafür ist es allerdings notwendig, dass jede für sich entscheidet, was sie unter Karriere versteht und wie sie ihr eigenes Karriere-Machen gestalten will. Das bedeutet: Sich entscheiden, dafür kämpfen und mitgestalten. Klingt anstrengend? Ist es auch.

Foto: Franz Pfluegel, Fotolia.com

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