Selbstcoaching-Tipp

By September 27, 2017Selbstcoaching
Stefanie Demann, Selbstcoaching, Wolfsburg, Du kannst dich mal gern haben, Schwächen, Stärken, Workshop, Vortrag, Seminar

Bei anderen fällt es uns nicht schwer, ein Auge zuzudrücken, wenn sie Schwäche zeigen. Nicht so bei uns selbst. Sind wir mal wieder schwach geworden oder ist uns etwas misslungen, dann reagieren wir mit Selbstabwertung: „Nur jemand wie ich kann so blöd sein…“ Wie Sie aus Ihren Schwächen Verbündete machen, verrät Stefanie Demann Ihnen in diesem Beitrag.

Irgendwie haben Sie es vermutlich schon geahnt: Sich über seine Schwächen aufzuregen, bringt gar nichts – außer schlechter Laune. Mit sich zu hadern, ändert nichts an der Tatsache, dass man eben nicht perfekt ist. Und irgendwo ganz weit hinten im Bewusstsein ist uns auch klar, dass es anderen genauso geht, auch wenn wir denken, wir wären die einzigen, „die zu blöd sind!“

Aber: Kann man denn gar nichts tun? Das Leben wäre doch viel schöner, wenn wir auch ohne Schwächen auskommen könnten, oder?

Selbstcoacher drehen den Spieß um: Anstatt sich für seine Schwächen abzuwerten, machen sie aus ihnen Verbündete. Klingt verrückt, ist aber eigentlich nur logisch und vor allem sehr viel hilfreicher als Schwächen ausmerzen zu wollen.

Und das geht so:

Selbstabwertung ist eine Abwärtsspirale. Im Grunde eine mentale Meisterleistung. Blöderweise führen Abwärtsspiralen selten zu wünschenswerten Ergebnissen. Oder haben Sie die besten Erlebnisse und Erfolge, wenn Sie mies drauf sind?

Indem wir uns für unsere Schwächen verurteilen, schießen wir uns also selbst ins Knie: Die Selbstabwertung schwächt uns anstatt uns zu stärken.

Hinzu kommt: Nicht nur die Selbstabwertung raubt uns Kräfte, auch der ständige Kampf gegen unsere Schwächen kostet. Kein Wunder, dass wir uns oft ausgelaugt fühlen und irgendwann einfach nicht mehr können.

Selbstcoaching geht von zwei ungewöhnlichen Annahmen aus, die es ermöglichen, dieses Kraft raubende Muster zu durchbrechen und sich zu stärken anstatt zu schwächen:

1. Im Selbstcoaching sind Schwächen Okay. Selbstcoacher versuchen nicht, sie auszumerzen, weil der Preis dafür einfach zu hoch ist.

2. Im Selbstcoaching sind Ihre Schwächen genauso ein Teil von Ihnen wie alles das, was Sie an sich schätzen. Selbstcoacher verstehen sich selbst als ein Ich, das aus vielen verschiedenen und zum Teil sehr unterschiedlichen, ja oft sogar widersprüchlichen Facetten besteht.

Das ist keineswegs esoterische Spinnerei, sondern basiert auf wissenschaftlich erprobten Modellen („Inneres Team“, „Seitenmodell“ oder „Ego State“), die alle dasselbe erklären: Dass zu uns viele verschiedene Seiten gehören, auch welche, die uns nicht auf Anhieb sympathisch sind.

Vermutlich können auch Sie herzlich sein und feindselig, mutig und ängstlich, souverän und unsicher, lustig und humorlos… Mal unterhalten Sie einen Abend lang die ganze Gesellschaft, mal möchten Sie gar nicht aus Ihrer Ecke kommen, mal können Sie sich wunderbar auf eine Aufgabe konzentrieren und mal hauen Sie unüberlegt irgendwas Halbgares raus, mal genießen Sie die Aufmerksamkeit anderer Menschen, mal ist sie Ihnen unangenehm, mal genießen Sie die Geschwindigkeit auf der Autobahn, mal ist sie Ihnen unangenehm, mal stehen Sie ganz locker bei Aldi an der Kasse, mal möchten Sie am liebsten alle vor sich erwürgen, mal fällt Ihnen eine Entscheidung leicht, mal ringen Sie ewig mit sich – die Liste können Sie beliebig verlängern.

Jetzt können Sie entscheiden:

Sie können mit sich hadern, weil Sie so inkonsequent sind oder Sie nehmen die Vielfalt Ihrer Persönlichkeit als Chance.

Klar, das Selbstcoacher eine Chance ergreifen, wenn sie sich ihnen bietet.

Wie Sie Ihre Schwächen zu Verbündeten machen, erfahren Sie außerdem heute auf dem BRIGITTE Academy Job Symposium in Berlin oder am 17. Oktober 2017 um 18 Uhr bei Arbeit und Leben in Wolfsburg-Neuhaus.

Bild: Photobank, Fotolia