Stefanie Demann auf heute.de

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„Feler machen schlau“ – Diese Überschrift fällt nicht nur auf: Wenn man die richtigen Schlüsse aus dem Fehler zieht, steigert das sogar den IQ. Im heute.de-Interview erklärt Job-Coach Stefanie Demann, welches Potenzial in Fehlern schlummert und wie wir peinliche Patzer vermeiden können.

heute.de: Stimmt es, dass Fehler machen den IQ steigert?

Stefanie Demann: Ja, aber nur dann, wenn wir innehalten, über die Fehler nachdenken und daraus schließen, wie man es in Zukunft bewusst besser macht. Es ist aber nicht nur der IQ, der von Fehlern profitiert. Wenn ich etwas auf den Kopf stelle, etwas falsch mache, falle ich auf. Das heißt, gerade ein kleiner Patzer kann auf uns aufmerksam machen und uns aus der Masse hervorheben. Perfekte Menschen sind ja langweilig.

 

heute.de: Aber zumindest größere Patzer will man ja lieber vermeiden. Wie schafft man das denn?

Demann: Meine Erfahrung ist, dass jeder Lieblingsfehler hat, es also Muster beim Fehler machen gibt. Wenn man schaut, zu welcher Fehlerkategorie man neigt, kann man das ändern und Fehler vermeiden.

 

heute.de: Welche Lieblingsfehler gibt es denn?

Demann: Denkfehler gehören quasi zur Basiskategorie. Die passieren, weil wir Dinge interpretieren und Fakten ausblenden oder vereinfachen. Dann gibt es Entscheidungsfehler, die uns unterlaufen, weil wir stark vereinfachen und uns einbilden, multitaskingfähig zu sein. Verhaltensfehler tauchen bei vielen aus Überaktivität auf, zum Beispiel weil wir nicht einfach mal den Mund halten können. Beziehungsfehler machen wir, weil wir zu wissen glauben, was andere denken, und daraus falsche Schlüsse ziehen. Viele Menschen wollen unbedingt gefallen, andere können absolut nicht Nein sagen. Und ich mache immer alles schnell schnell auf Kosten der Gründlichkeit.

 

heute.de: Wenn ich meine Lieblingsfehler entdeckt habe, was kann ich dann tun?

Demann: Man sollte unbedingt aufhören, zu hohe Erwartungen zu haben und sich über kleine Dinge zu ärgern. Aus Fehlern lernt man schließlich und außer einem selbst merkt meist niemand etwas. Anders ist es aber mit den Fehlern, die uns etwas kosten. Die zu vermeiden, darauf sollten wir uns konzentrieren. Also aufpassen, wenn es wichtig wird, bei Kindern, wenn es ums Geld geht. Wenn man merkt, dass die Fehlerkategorie zuschlägt, muss man kurz innehalten und denken: Moment mal, es geht wieder los, ich muss Tempo rausnehmen, noch mal drüber nachdenken.

 

heute.de: Und dann lassen sich Fehler in Erfolge umwandeln?

Demann: Wenn ich dranbleibe, den Fehler analysiere und schaue ob ich noch etwas Gutes daraus machen kann, ja. Zum Beispiel ist der V-Sprung beim Skispringen auch durch einen Patzer entstanden, einem verwackelten Parallelsprung. Und dann wurde klar, dass das V viel besser für die Aerodynamik war. Und dann führte das V irgendwann zur Goldmedaille.

 

heute.de: Wenn Fehler machen eigentlich so positiv ist – warum haben wir dennoch so große Angst davor?

Demann: Der Rotstift wird uns quasi in die Wiege gelegt: Wir meckern schon bei Kindern über alles, was falsch ist, erwähnen oft die guten Dinge nicht. Daraus resultiert die Angst, bei Fehlern bloßgestellt zu werden, unzulänglich zu sein.

 

heute.de: Wie schafft man es denn, Fehler zuzugeben ohne hinterher als Depp dazustehen?

Demann: Wir hassen es, wenn andere Fehler vertuschen und sie anderen in die Schuhe schieben. Trotzdem ist es im Beruf oft so, dass genau dies getan wird. Ich rate immer dazu, nicht zu vertuschen und Offensichtliches auch zuzugeben und offen anzusprechen. Angriff ist da meist die beste Verteidigung.
Das Interview führte Valerie Henschel auf heute.de

Bild: SXC freeimages.com

 

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