Stress mit den Haaren

By September 22, 2015Selbstcoaching
Selbstcoaching, 30 Minuten, 86 Tools, Stefanie Demann, Wolfsburg, Seminare, Trainings, Bücher, Buch, Autorin, Coaching, Rhetorik, Kommunikation, Workshop, Gabal Verlag, Fehlerintelligenz, Führung, Vortrag, Vorträge, innerer Coach, Ich hab schon genug Stress mit meinen Haaren, Work-Life-Balance, Work-Life-Blending. Work-Life-Chaos

„Ich hab schon genug Stress mit meinen Haaren!“

Das ist momentan mein Lieblings-WhatsApp-Spruch

Stress mit den Haaren – das ist nicht lustig! Alles Mögliche kriegen wir Frauen locker hin: immer was fürs Frühstück im Haus und den Terminkalender aller Familienangehörigen (inklusive Ehemann) im Kopf haben, mal eben mitanpacken, auch wenn es nicht in der Jobbeschreibung steht, spontan das Läuse-Kind aus der Kita holen, zu Hause bespaßen und die Projektergebnisse trotzdem noch pünktlich abliefern…

Aber Stress mit den Haaren, das ist so wie gütig lächelnd neben Meister Propper stehen, während die dösigen Kinder mit Lehmstiefeln über den frisch gewischten Küchenboden latschen – das geht nur in der Werbung!

„So kann ich Sie nicht gehen lassen“, konstatierte vor Jahren trocken mein neuer (!) Frisör und fing gleich an eine dunkle Tönung anzurühren. Das war kurz nachdem ich im Marcelhino-Look aus einem anderen Salon getaumelt war. Während Fussballer Scheisse aussehen dürfen, weil sie Fussballer sind, war der Blick in den Spiegel für mich traumatisch: hinten anrasierte dunkle Haare und oben drauf weiß-blonde Strähnchen im größtmöglichen Kontrast, den der Frisör-Chemiebaukasten an dem Tag hergegeben hatte. (Nein, ich poste hier kein Foto davon! Googelt Marcelinho, dann wisst ihr, wie ich damals aussah, das ist schlimm genug.)

Aber: Ich habe es überlebt!

Tatsächlich hatte ich sogar – haltet euch fest – ein VORSTELLUNGSGESPRÄCH mit der Frisur. Doch! Der Termin ließ sich schließlich nicht verschieben. Ich sollte als Rhetorik-Trainerin überzeugen und das mit den Haaren. Solche Veranstaltungen sind an sich schon schlimm genug, aber es wird nicht besser, wenn man die ganze Zeit sagen möchte: „Das bin nicht ich. Ich seh‘ normalerweise viel besser aus.“ Oder: „Könnten wir vielleicht im Dunkeln reden?“

Zu meiner Überraschung habe ich trotz Fussballer-Matte den Zuschlag bekommen. Das war mir unbegreiflich. Alarmiert vermutete ich, dass mit dem Kunden irgendwas nicht stimmen konnte. Wollte womöglich sonst niemand den Auftrag haben? Aber alles war OK, nette Teilnehmer, prompte Bezahlung, weitere Aufträge. Konnte es tatsächlich sein, dass dem Auftraggeber meine verpfuschte Frisur entgangen war?

So eine Frechheit! Beinahe wäre ich beleidigt gewesen.

Im Nachhinein finde ich, dass mich die Verschandelung gewissermaßen gestählt hat. Was konnte mir denn noch passieren, nachdem ich es geschafft hatte, einen Auftrag an Land zu ziehen, obwohl mein Anblick Augenkrebs verursachte? Heute habe ich irgendwie seltener Stress mit meinen Haaren. Könnte aber auch am Frisör liegen.

Auch als Vortrag: Ich hab schon genug Stress mit meinen Haaren! Überleben im Work-Life-Chaos

Bild: alison1414, Fotolia