Wo ist dein Porsche?

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Was würden Sie über jemanden denken, der sich einen Porsche kauft, aber nicht damit fährt?

„Wozu hat er ihn dann überhaupt gekauft? Traut er sich nicht? Ist es ihm auf einmal peinlich, mit einem Porsche rumzudüsen? Hat er Angst, dass er mit einem solchen Wagen nicht umgehen kann, Angst sich zu blamieren?“

Wenn Präsentationen gehalten oder Reden geschwungen werden, kommt es mir oft so vor, als hätten die Redner ihren Porsche zu Hause gelassen. Sie könnten damit fahren, machen es aber nicht.

Stattdessen fahren sie in ihrer Präsentation oder Rede im soliden Alltagsmodell vor: Klassische Powerpoint, hinter der man sich gut verstecken kann, dann gucken die Leute auf die Wand anstatt auf den Redner, sehr praktisch. Das gibt Sicherheit, denn dann kann man auch mit dem ganzen rhetorischen Kram wie Körpersprache, Haltung, Gestik, Mimik und Stimme nicht viel falsch machen. Hänger drohen auch nicht, weil auf den Slides ja draufsteht, was man gleich sagen wird.

Moment: Dies ist keine Polemik gegen Powerpoint!

Es ist eine Einladung, zu überlegen, wofür Sie präsentieren, nicht warum. Das Warum ist auf den ersten Blick völlig klar: Weil Projektergebnisse mitgeteilt werden müssen, man informieren, erklären, strukturieren und Entscheidungsgrundlagen anbieten soll. Alles richtig. Deshalb konzentrieren wir uns ganz auf die Inhalte, sie auszuwählen, ihnen eine passende Struktur zu geben und abschließend alles schick aussehen zu lassen. Standard.

Das Wofür vergessen viele Redner jedoch: Wofür mache ich die Präsentation? Geht es wirklich nur darum, die Ergebnisse zu präsentieren? Nein. Es geht nie nur um die Inhalte. Die Frage nach dem Wofür zielt auf die Meta-Ebene, die jede Präsentation hat, die aber viel zu selten wahrgenommen und noch seltener genutzt wird – wie der Porsche, der in der Garage bleibt: Was will ich als Redner für mich mit dieser Präsentation erreichen?

Jeder Redner transportiert immer eine Botschaft über den Inhalt seiner Rede hinaus. Diese indirekte Botschaft befindet sich auf der erwähnten Meta-Ebene und ein Redner hat nur Einfluss auf sie, wenn er die Frage nach dem Wofür beantworten kann.

Sollen sich die Zuhörer nach der Präsentation an mich erinnern und was sollen sie dann von mir denken? Wenn mir das egal ist, kann ich den Porsche getrost zu Hause lassen.

Dann lauten Meta-Botschaften: „War so lala, Durchschnitt, nichts Besonderes, eher ein bisschen langweilig, schon solide, aber wenig spannend, inhaltlich in Ordnung, wenn auch ohne Highlight, wie hieß der/die nochmal…?“

Wollen Sie jedoch Kompetenz, Souveränität, Überzeugungskraft, Stärke, Sicherheit, Sympathie, Zuverlässigkeit oder eine andere positive Botschaft transportieren und damit in Erinnerung bleiben, dann hoch mit dem Garagen-Tor.

Rhetorisch hat jeder einen Porsche in der Garage stehen, aber nur die wenigsten fahren auch damit vor, wenn es drauf ankommt.

Wenn Sie Ihre Persönlichkeit als Redner mehr in den Blickpunkt rücken wollen, ist mein neues Seminar etwas für Sie: Rhetorik. Die Kunst der freien Rede.

Bild: Mikael Damkier, Fotolia

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